Mittwoch, 4. April 2018

Otavalo und die ecuadorianische Küche

So, bevor es nach Galapagos geht, kommt hier noch ein Eintrag.
Erstmal: ich fühle mich ja schon ein bisschen verarscht: alle, einschließlich meiner Gastgeschwister, haben 2 Wochen Osterferien und ich... habe den Karfreitag frei. Das war aber auch alles. Mann!!
So, nachdem ich das losgeworden bin, kann ich mich den wichtigeren Themen zuwenden.
Als erstes: ja, auch hier auf der anderen Seite der Welt sammelt man Ostereier, wenn auch nicht aus Schokolade, sondern aus Plastik und mit allem möglichen Krimskrams gefüllt: Brause, Kaugummi, Möchtegern-Müsli... alles außer Schokolade. Traurig, aber wahr.
Da meine Geschwister, wie bereits erwähnt, Ferien haben, sind die beiden Älteren mit den Großeltern nach Manta an die Küste gefahren, was für sehr viel Ruhe im Haushalt sorgt, zumal mein jüngster Bruder über das Wochenende zu den anderen Großeltern gefahren ist. Das hat meinen Eltern und mir die Gelegenheit  gegeben, nach Otavalo zu fahren.
Otavalo ist ein kleiner Ort etwa 3 Stunden von Quito entfernt. Er ist bei Touristen und Einheimischen für seinen traditionellen Markt berühmt, der groß, unübersichtlich, günstig und vor allem vielfältig ist.
Die Einwohner, die "Otavaleños" genannt werden, sind zum Großteil Ureinwohner, deshalb ist die Sprache, die man auf der Straße hört, auch größtenteils "Kichwa" (oder auch "Quechua").



Etwas, was man hier in Ecuador ja sowieso häufig sieht und das in Deutschland eigentlich gar nicht mehr existiert, ist die tägliche Verwendung der traditionellen Kleidung. Unter anderem die Haushälterin meiner Familie kommt jeden Tag in Rock, Bluse und den Schuhen die zumindest aus meinem Blickwinkel unfassbar unbequem wirken.

Das Bild kommt aus dem Internet, zeigt aber eigentlich ganz gut, wie die ecuadorianische Tracht vollständig aussieht.
Auf dem Markt habe ich jedenfalls schnell Mitbringsel gefunden, was wohl niemanden überrascht.
Und das war es auch schon an Neuigkeiten. 

Kommen wir zu einem anderen Thema, das ich bisher, glaube ich, noch gar nicht angesprochen habe (danke für die Idee, @Nico): das Essen.
Es gibt einige Gerichte, die ich vor meinem Auslandsjahr noch nie gesehen hatte, auch wenn sich das nicht vereinheitlichen lässt. Jede Region Ecuadors hat ihre eigene Küche mit Gerichten, aber es gibt ein paar besonders Herausragende.


Ceviche
Ceviche ist eine Art kalte Suppe, die wirklich sehr, sehr gewöhnungsbedürftig schmeckt. Es existiert in unterschiedlichen Varianten: mit Fisch, Krabben, Speck und mit Chochos, aber dazu später mehr.
Man lässt den Fisch zuerst in Zitronensaft ziehen, dann gibt man Zwiebeln, Tomaten, Orangen- und noch mehr Zitronensaft, Ketchup und Salz dazu. 
Das ganze shmeckt am Anfang schrecklich und war für mich so etwa das Widerlichste, was ich mir vorstellen konnte, aber inzwischen liebe ich es, vor allem, wenn man es an irgendeinem Stand kauft. Man isst es dann mit Limettensaft und Salz sowie Chifles.




Limon con sal
Auch wenn Ecuadorianer das selbst nicht so sehen, ist die Kombination von Salz mit Zitrone etwas sehr Typisches für Ecuador - oder meinetwegen für Südamerika. Überall - und wenn ich überall sage, dann meine ich das auch so, zumindest in diesem Fall! - wird Limettensaft untergemischt, ausgepresst und so weiter. Ohne Salz isst man nichts, auch wenn das unglaublich ungesund sein muss, zumindest in diesen Mengen.
Im Ferienhaus meiner Familie haben wir einen Zitronenbaum, und das Erste, was wir machen, wenn wir dorthin fahren, ist eine Zitrone pflücken, aufschneiden und dann ordentlich Salz darauf packen. Auch das ist gewöhnungsbedürftig, aber eigentlich lecker.

Mais: Mote, Choclo, Canguil und Tostado
Mais ist das Grundnahrungsmittel Ecuadors und hat dementsprechend viele unterschiedliche Formen der Zubereitung, von denen ich hier ein paar nennen und beschreiben möchte. Das sind zwar lange nicht alle, aber zumindest ein paar, die meiner Meinung nach wichtig sind.

Mote:
Mote ist Mais, der vorher in Milch eingelegt wurde. Es schmeckt eigentlich nach gar nichts, aber man kann es gut kombinieren, und mit einer vernünftigen Sauce schmeckt es okay oder sogar lecker, auch wenn das eine Leistung ist. Nein, das ist übertrieben. Es schmeckt halt einfach langweilig.

Choclo:
Choclo ist weniger reifer Mais, der hier aber fast mehr gegessen wird. Er ist nicht so süß und schmeckt meiner Ansicht nach besser. Man isst ihn gegrillt, gekocht, frittiert und verarbeitet ihn zu Mote, Tostados und Canguil.




Canguil:

Canguil ist gesalzenes Popcorn, aber ich fand es erwähnenswert. Und zwar aus folgendem Grund: man isst es zu allem. Wie ihr oben sehen könnt, auch in Suppe. Es steht eigentlich immer eine Schale auf dem Tisch, die Canguil, Tostados und Chifles enthält.



Tostados:
Tostados ist Choclo, der frittiert wurde, jedenfalls wenn ich das richtig verstanden habe. Genauso wie Canguil isst man ihn zu praktisch allem.

Platano- Banane: Chifles, Patacones und Maduro
Bananen sind ein Grundnahrungsmittel, das in unterschiedlichen Formen und Farben existiert. 
 


Chifles:




Chifles sind Bananenchips, und ich liebe sie, besonders die salzigen, die süßen schmecken irgendwie komisch. Noch unreife Bananen werden in dünne Scheiben geschnitten und dann frittiert. Davon bringe ich auf jeden, jeden Fall ein paar Tüten mit nach Deutschland, denn es ist das Beste der Welt, und ich hoffe, dass es die in ein paar Jahren auch in Deutschland gibt.

Patacónes:



Patacónes werden genauso wie Chifles aus unreifen Bananen hergestellt, allerdings erfolgt die Zubereitung anders: zuerst schneidet man etwa 3cm dicke Scheiben, die von beiden Seiten in einer Pfanne frittiert werden. Anschließend presst man die Banane mit einer Art Zange zusammen, bis das Innere zu den Seiten herausquillt. Das wird dann frittiert und mit Salz gegessen. 
Das Ganze erfordert etwas Übung, damit die Scheibe während des Zusammenpressens nicht vollständig auseinanderfällt, ist aber sehr lecker.

Platano maduro:
Das klingt jetzt so, als würde es in Ecuador nur unreife Bananen geben, aber das stimmt natürlich nicht. Auch reife Bananen kann man fritieren und isst sie dann mit Käse.



Humitos

 
Humitos werden hauptsächlich aus choclo, Zwiebeln, Sahne, Eiern und Käse hergestellt. Alle Zutaten werden püriert und dann in ein Maisblatt gewickelt und im Dampfbad gekocht.
Es ist schwer, den Geschmack zu beschreiben: er ist süßlich, und die Konsistenz wie eine Mischung aus Brot und Käsekuchen. Ich weiß nicht, wie ich das beschreiben soll, aber es ist lecker.

Quimbolitos
Quimbolitos sind vom Geschmack her ähnlich wie die Humitos. Sie werden hauptsächlich aus Mais, Hefe, Butter, Zucker und Eiern gemacht. Sie sind trockener als Humitos, und ich mag sie nicht so gern, aber auch sie sind lecker.
 
Bolón/ Bolón de verde
Bolónes de verde werden aus unreifen Bananen hergestellt, die man so lange kocht, bis sie zergehen. Dann fügt man Butter, Öl und Aji hinzu und formt eine Kugel, die mit Käse gefüllt und anschließend frittiert wird.

Encebollado
Also erstmal: "cebolla" bedeutet auf Deutsch Zwiebel. Ich glaube, das erklärt schon grob, was das ist. 
Encebollado ist ein Zwiebeleintopf mit Fisch, Yuca, Oregano und - Überraschung!! - Zwiebeln, um die Hauptzutaten zu nennen.
Ich persönlich mag ihn nicht besonders gern, aber er ist schon okay. Er schmeckt ähnlich wie Ceviche und trotzdem ganz anders. 


Und damit wären wir am Ende. Ich könnte noch mindestens 50 andere Gerichte beschreiben, aber ich glaube, das ist genug für heute. Hier sind, wie euch vielleicht aufgefallen ist, vegetarische Speisen beschrieben, die ich als Vegetarierin esse. In Südamerika kann man, entgegen aller Vorurteile, auch als Vegetarierin überleben, das ist hiermit vermutlich bewiesen.
Falls irgendwelche Fragen aufkommen, was genau ein Gericht ist oder wie es schmeckt, ruhig nachfragen, vielleicht kommt ja noch einmal ein Eintrag über Essen, dann allerdings mit Fleisch...
Am Samstag geht es los nach Galapagos, und ich kann es noch nicht ganz glauben, aber ich freue mich schon total. Unser Programm ist jedenfalls voll.
Aber dazu mehr beim nächsten Mal (heute haben die Bilder sogar weniger als 10 Minuten für jedes einzelne gebraucht - ein Erlebnis!)
Bis bald und viel Spaß beim Lesen,
Annika

Samstag, 17. März 2018

Meine neue Familie II

So, hier kommt der zweite Teil, sogar mit Fotos!
Zuerst eine Sache, die ich gestern vergessen habe: das Ferienhaus, das etwa 30 Minuten von unserem eigentlichen Haus entfernt ist und in dem wir fast alle Wochenenden verbringen. Es hat einen großen Garten, ein Trampolin und einen Pool, also alles, was man braucht. Außerdem ist es immer etwa 4-5°C wärmer als in Quito selbst, weil es ein paar Meter unterhalb ist. 


Dort haben wir unter anderem Karneval verbracht, das hier allerdings anders gefeiert wird als in Deutschland. Man verkleidet sich nicht, sondern schmeißt stattdessen alles auf andere, das irgendwie beschmutzt, von Wasser bis hin zu faulen Eiern. Das Typischste ist allerdings Farbe, die hier in Sprühdosen verkauft wird und die die Kleidung wirklich versaut, aber nach zwei Mal Waschen auch wieder draußen ist, das heißt, es ist nicht besonders schlimm.
Etwas, das für mich wieder einmal komisch war, ist die unglaubliche Offenheit, die dazu führt, dass dich auch Personen, die du noch nie gesehen hast, mit Wasser abspritzen, aber das ist eigentlich lustig, zumindest wenn man sich einmal daran gewöhnt hat.

Hier meine beiden älteren Geschwister...
...und hier meine ganze Familie: Mami, Dome, Martín, ich, Emi und Papi
In der darauffolgenden Woche habe ich dann ein Praktikum gemacht und zwar bei einer sozialen Organisation, dem Camp Hope. Der Verein kümmert sich um Kinder mit geistiger Behinderung in unterschiedlichen Stadien und ist in unterschiedliche Gruppen aufgeteilt, die dem geistigen Alter entsprechen. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, zumal einige andere Deutsche dort ebenfalls arbeiten, weil es mit einem deutschen Programm zusammenarbeitet. Achja, ein paar Leute zu haben, die größer sind als du, ist nach einer Weile wirklich wieder schön, zumal man sich wunderbar über die Unterschiede und auch die negativen Aspekte Ecuadors unterhalten kann, ohne dass die Einheimischen das verstehen.
Inzwischen spiele ich auch wieder in einem Orchester, nämlich dem des Gymnasiums meiner Geschwister, dem "Colegio alemán" (deutsche Schule). Der Vorteil ist, dass die Proben nicht jede Woche stattfinden und wenn, dann auch nur ein Mal, aber ich wäre trotzdem lieber in meinem vorherigen Orchester geblieben, denn da hatte ich eine sehr lustige Pultnachbarin und die Leute waren insgesamt irgendwie cooler. Das ist leider nicht mehr möglich, weil meine Eltern keine Zeit haben, mich zwei Mal in der Woche dorthinzubringen und die Busfahrt erstens zu gefährlich ist und ich zweitens ausnahmslos zu spät kommen würde. Egal, Hauptsache ich mache irgendwie Musik, auch wenn es wenig und auf einem niedrigen Level ist (Schulorchester halt...).
Tja, und das wäre dann auch schon alles, glaube ich. Es ist nicht besonders viel passiert, aber egal. Heute Abend kommt mein Vater von seiner Geschäftsreise wieder, und vielleicht unternehmen wir morgen irgendetwas... ich schaue mal, was ich da machen kann.
Vor Galapagos kommt auf jeden Fall noch einmal ein Artikel, das heißt Ende März/ Anfang April.
Bis dann, liebe Grüße nach Deutschland, ich beneide euch um den Schnee,
Annika

Donnerstag, 15. März 2018

Meine neue Familie I

Ja, es sind wirklich schon 200 Tage - beinahe 7 Monate. Und nur noch 107 Tage. 
Am 28. Juni geht es schon zurück, und ich weiß einfach nicht, ob ich darüber glücklich oder traurig sein soll. Ich neige eher dazu, beinahe loszuheulen, wenn ich mit einem Freund darüber spreche. Als ich aus Deutschland weggegangen bin, war einfach klar, dass wir uns in spätestens einem Jahr wiedersehen können, und das ist hier nicht der Fall. Auch wenn ich bei zumindest einer Freundin schon weiß, dass sie in den Sommerferien eine Europatour macht und München auf jeden Fall besuchen wird, macht mich der doch sehr baldige Abschied sehr, sehr traurig.
Wenn ich mir so anschaue, wie hier die Zeit vergeht, wird der Abschied mir vorkommen, als wäre er morgen.
Versteht mich nicht falsch, ich freue mich auch irgendwie darauf, zurück nach Deutschland zu gehen, aber ich habe mich, meine Meinungen und Mentalität hier so sehr verändert... außerdem fällt Deutsch-Sprechen mir zunehmend schwerer (und ja, ich brauche die Übersetzer inzwischen weniger, um Spanisch zu verstehen, sondern eher, um mich an deutsche Wörter zu erinnern). Das klingt bestimmt vollkommen bescheuert, aber ich habe wirklich keine Lust darauf, noch einmal innerhalb eines Jahres keinen vernünftig zu verstehen, einen Akzent zu haben (das ch aus "ich" ist wirklich, wirklich schwer zu betonen!), außerdem ist die Einstellung hier so wunderbar entspannt... das werde ich wirklich vermissen.
Aber jetzt zu dem wirklich interessanten Teil: die Neuigkeiten aus meinem Leben. Heute kommt der Artikel über meine Familie und morgen alles, was sonst so passiert ist. Das würde sonst ein unfassbar langer Artikel werden, und das teile ich mir lieber auf 2 Tage auf, auch wenn ich heute so viel wie möglich schreibe.
Zuerst meine neue Familie: ich würde euch ja wirklich gerne Fotos von meinen Geschwistern und Eltern zeigen, aber leider spinnt meine Kamerakarte und zeigt mir nur die 3 Monate alten Fotos auf meinem Computer an, also müssen Beschreibungen reichen.
Zuerst zu meiner Schwester. Nur zur Erinnerung, sie heißt Dome, ist elf Jahre alt und nimmt eine Art Mutterrolle ein, zumindest für den Kleinsten. Dadurch, dass die Eltern ihr eigenes Unternehmen haben, sind sie nur sehr sehr wenig zu Hause. Die Haushälterin verbringt im Wesentlichen mehr Zeit mit den Kindern als die eigenen Eltern, aber da sie sehr lustig ist und ich mich gut mit ihr verstehe, ist das kein Problem. Okay, ich bin vom Thema abgekommen: also, die Knutschkugel der Familie nennt seine große Schwester manchmal sogar Mami. Jedenfalls verstehe ich mich mit ihr sehr gut, auch wenn es einige wenige Ausnahmen gibt, aber das ist ja normal, auch in der eigenen Familie. Sie ist jedenfalls eine lustige und manchmal sehr süße Schwester, vor allem, wenn sie Deutsch spricht oder es versucht. Das hört sie zwar gar nicht gern, aber sie ist wirklich niedlich. Genauso, wie Martín, der mit 8 Jahren mein zweites Geschwisterkind ist. 
Auch er kann ist sehr lieb sein, wenn er will. Wenn er gerade nerven möchte oder Lust darauf hat, den coolen Jungen raushängen zu lassen, kann er auch das hervorragend und verwandelt sich in ein "Monster", aber wenn man ihn einmal böse anschaut, hat sich das eigentlich auch wieder erledigt. Ich glaube, er hat sehr großen Respekt vor mir, aber glücklicherweise keine Angst mehr. Am Anfang war das, glaube ich, der Fall, aber ich bin mir nicht sicher. Auch er ist jedenfalls 90% der Zeit ein sehr netter Bruder (auch wenn das Wort nicht besonders gut beschreibt, was ich ausdrücken will. Egal.)
Und damit kommen wir zum jüngsten Familienmitglied, der Knutschkugel. Die Knutschkugel, alias Emilio, Emi oder Peluche, ist 2 Jahre alt und liebt seinen Großvater über alles, außer vielleicht "Pepa Pig", eine Kindersendung, von der ich die Musik schon nach einer Woche auswendig konnte, ich schwöre. Das Problem ist, dass er den Hundeblick absolut perfekt beherrscht und seeehr große Kulleraugen hat. Er kann zwar auch sehr gut nerven, aber das vergisst man nach 3 Minuten wieder. 
Jetzt zu meinen Eltern. Ich sage, ich glaube das habe ich schon einmal erwähnt, Mama und Papa. Auch wenn das am Anfang sehr komisch war, habe ich mich inzwischen daran gewöhnt und kann es nur jedem Austauschschüler empfehlen, denn dadurch fühlt es sich wirklich an wie eine Familie. Man ist nicht der Gast, sondern die Tochter. Ein weiterer Vorteil an dieser Familie ist, dass die Kinder sich hier gegenseitig nicht mit ñaño oder ñaña ansprechen, was im Spanischen so viel wie Bruder oder Schwester bedeutet, aber eigentlich keine Übersetzung hat. Es ist ein Kosename, den Leute, die keine Geschwister sind, ganz sicher nicht benutzen. In meiner jetzigen Familie werden Namen benutzt und fertig, was mir, glaube ich, lieber ist.
Zurück zu meinen Eltern. Beide sind, zumindest für ecuadorianische Verhältnisse, sehr streng, aber das stört mich nicht, um genau zu sein fühle ich mich damit wohler. Sie sind zwar sehr beschäftigt, aber, und ich weiß nicht wie, sie schaffen es trotzdem noch, ihre Kinder zu erziehen, ihnen bei den Hausaufgaben zu helfen, an Rotary-Veranstaltungen teilzunehmen und und und... Das ist vermutlich einfach Talent.
Das, was ich in dieser Familie sehr regelmäßig mache, ist Backen, und zwar alles, von Weihnachtsplätzchen bis hin zu Muffins. Der Grund bzw. die Gründe dafür sind relativ einfach: erstens wohnt meine Familie zu Fuß höchstens 5 Minuten vom Supermarkt entfernt, das heißt ich bin zumindest in diesem Punkt unabhängig, und zweitens mögen sie bisher ausnahmslos alles, was ich backe, was bei meiner vorherigen Familie leider nicht der Fall war.
Der Geschmack ist zwar anders als der der einheimischen ecuadorianischen Küche, aber als ich Plätzchen mit in die Schule genommen habe, um meinen Freunden ein bisschen deutsche Küche und Kultur zu zeigen, mochten sie die alle.
Der einzige Nachteil an meiner Familie ist, dass sie im ganzen Haus Kameras haben, außer in den Kinderzimmern und im Bad der Kinder, darum halten wir uns eigentlich den ganzen Tag in einem unserer Zimmer auf. Das Problem ist nämlich nicht, dass es Kameras gibt, das kann ich sogar noch verstehen, denn schließlich ist meine Familie wohlhabend und wohnt in Quito, da wäre ich auch vorsichtig, sondern, dass sie die Kameras zum Überwachen der Kinder verwenden. 
Hier ein Beispiel: meine Schwester war neulich krank und meine Eltern haben mich darum gebeten, dass wir ihr Zimmer nicht betreten. Ich bin dann irgendwann zu ihr gegangen, um zu fragen, ob sie irgendetwas braucht, und ungelogen 10 Sekunden später hat mein Vater angerufen, um mir zu sagen, dass ich das Zimmer bitte verlassen soll. Das fand ich schon ein bisschen gruselig, aber auch daran gewöhnt man sich schneller, als man denkt.
So, damit ist glaube ich alles gesagt... morgen geht es weiter, aber ich glaube, den Artikel zu teilen war eine gute Idee, denn auch bis hierhin ist er schon sehr sehr lang, zumal ich kein einziges Foto habe. Da setze ich mich irgendwann nochmal dran, versprochen.
Gute Nacht und bis morgen,
Annika

Samstag, 10. Februar 2018

Familienwechsel

Seit dem 03.02. bin ich jetzt bereits in der neuen Familie, die allerdings nicht die meiner Lehrerin, trotzdem aber sehr sympathisch ist... später mehr, denn erstmal werde ich von den letzten Tagen vor dem Wechsel erzählen.


Am Donnerstag, den 01.02. habe ich mit meiner Klasse einen Ausflug nach Cochamora gemacht, das ist ein relativ wildes Gelände am "Arsch der Welt" (mit anderen Worten: 3 Stunden Busfahrt) aber immerhin ist der "Arsch der Welt" in diesem Fall schöner als Bielefeld (sorry, der Spruch musste sein!). Mit anderen Worten: eine Mischung aus Regenwald und Selva (für alle, die sich nicht mehr oder nur noch halb erinnern, das ist das Andenhochland Ecuadors), in dem es mehr als alles andere Insekten gab.
Bus fahren mit Südamerikanern ist irgendwie witziger als mit Deutschen, einerseits, weil sie sich nur hinsetzen, wenn ein Polizeiauto vorbeikommt und den Rest der Zeit tanzen, und andererseits, weil sie weniger Hemmungen haben, auch wenn das eher auf der Rückfahrt wichtig war, dazu später mehr.

Man beachte den Jungen rechts im Bild, der gerade vom Sitz fällt. 🤣

Nach der Ankunft sind wir zu einem Feld gegangen und haben dort auf die traditionelle Mais gepflanzt, was auch der offizielle Grund für den Ausflug war. Man rammt einen angespitzten Stock in den Boden und bohrt dadurch ein Loch, in das anschließend 3 Maiskörner/-Samen gelegt werden und schließt das Ganze am Schluss wieder. In der Hitze ist das anstrengender, als man sich vorstellt, nicht nur das Bohren des Loches, sondern mehr als alles andere das Platzieren der Maiskörner, weil man sich die ganze Zeit bewegt: aufrichten, bücken, säen, aufrichten, bücken, säen,... es war jedenfalls anstrengend.


Unsere Lehrerin hat uns anschließend durch einen Fluss gejagt (und "durch" ist in diesem Fall wörtlich zu nehmen!), weil mindestens 90% des Kurses über Hitze gejammert haben und zum Fluss wollten, der allerdings, sagen wir es mal so, relativ - wild war, deshalb sind wir auch alle pitschnass geworden, zumindest die Hosen, der Rest nur bei denen, die ausgerutscht oder reingesprungen sind, was ebenfalls etwa 50% waren. Ich hatte jedenfalls Spaß dabei, auch wenn ich mir dezent Sorgen um meine Kamera gemacht habe... es ist jedenfalls nichts wirklich Dramatisches passiert.



Nach dieser Tour waren wir ziemlich verdreckt, aber die meisten hatten auf die Vorwarnung hin Wechselkleidung dabei.



Auf der Rückfahrt haben wir dann Trinkspiele ohne Alkohol, dafür allerdings mit Küssen gespielt, was wirklich lustig war, weil die Ecuadorianer ja alle keine Hemmungen haben... anders als die langweiligen Deutschen, zu denen ich gehöre...






Am darauffolgenden Freitag habe ich meine erste Gastfamilie zum Abschied zum Eislaufen eingeladen (und das in Quito... das ist schon ein bisschen absurd - und überteuert, aber egal). Wir hatten sehr viel Spaß, allerdings arbeitet mein ehemaliger Gastvater seit etwa einem Monat nicht mehr in Quito und war dementsprechend nicht mit dabei, was zumindest ich sehr schade fand. Trotzdem war es lustig und dementsprechend ein gelungener Abschied.


Und jetzt kommen wir zum eigentlich spannendsten Punkt: meine neue Gastfamilie. Sie besteht ohne mich aus 5 Personen: John und Anita, die ich allerdings Mama und Papa nennen soll/ darf/ kann und drei Kindern, zwei Jungs (Emilio,3, und Martín, 8) und ein Mädchen, die 12-jährige Domenika, die aus der ersten Ehe der Mutter stammt. 
Die Eltern leiten eine Firma, die Straßenschilder u.ä. für Quito und Umgebung herstellt. Sie sind steinreich, allerdings arbeiten sie auch dementsprechend viel. Ein Vorteil daran, in Ecuador reich zu sein, ist, dass die Kinder gut erzogen sind, und das ist auch hier der Fall. Sie interessieren sich sehr für alles Kreative, und wir haben unter anderem schon gebastelt, Lego gebaut und anlässlich meines Geburtstags, den ich aber nicht richtig gefeiert habe, gebacken. Ich glaube. ich werde mich hier sehr wohl fühlen.
Liebe Grüße und bis bald,
Annika

P.S.: der Grund warum immer weniger Einträge kommen ist ganz einfach: das Leben hier wird zum Alltag, mit anderen Worten: ich weiß nicht, worüber ich schreiben soll...

Donnerstag, 11. Januar 2018

Weihnachten & Sylvester

Ich hoffe, ihr alle hattet eine wunderschöne Weihnachtszeit. Von mir kann man das nicht behaupten, es war eher ein bisschen... trostlos.
Weihnachten ohne Winter oder zumindest Kälte ist einfach nicht das gleiche.
Am Freitag, den 22. war auch hier der letzte Schultag, die Ferien dauern allerdings nur bis zum 2. Januar, also eine Woche. Es wurde auch ganz normal Unterricht gemacht, obwohl die Hälfte der Schüler nicht anwesend war, aber das war offensichtlich sowohl Lehrern als auch Schülern von Anfang an klar, jedenfalls hat keiner Stress gemacht, andererseits sind die Tage ohne Uniform auch immer entspannter und interessieren nicht so.
Ab 11:00 Uhr hatten wir ein Programm, das den ganzen restlichen Schultag gedauert hat und bei dem jeder Jahrgang etwas vorführen musste. Himmel, ich glaube, ich habe noch nie so etwas Schreckliches gehört wie den Gesang meiner Klasse - es war jedenfalls so traurig, dass es schon wieder lustig war. Naja, die ecuadorianischen Weihnachtslieder sind ohnehin zu 90% aus dem US-amerikanischen übersetzt - und ja, die klingen auf Spanisch noch trauriger, als normalerweise. 
(Wenn ihr Beispiele wollt, sind hier zwei Links, einmal zu einem ecuadorianischen und dann zu einem übersetzten)
https://www.youtube.com/watch?v=vLPimo5YFn8
https://www.youtube.com/watch?v=0fOKYOJI9-k
Am 24. waren wir vormittags auf einem deutschen Weihnachtsmarkt, den man zwar nicht mit richtigen Weihnachtsmärkten vergleichen kann, aber immerhin habe ich deutsches Brot und vernünftigen Käse kaufen können, was will man mehr?
Abends sind wir dann auf der Polizeistation gewesen und haben dort gegessen, weil mein Gastvater arbeiten musste, aber für Weihnachtsstimmung hat das noch lange nicht gesorgt. Anschließend waren wir mit der Großfamilie bei einer Tante, und dort wurde Party gemacht - ecuadorianische Party, keine deutsche, was für mich irgendwie suspekt ist. Ich meine, in diesem wesentlich religiöseren Land geht man an Weihnachten, dem einzigen Tag, an dem man (zumindest meiner Meinung nach) wirklich in die Kirche gehen muss, weil es ein christliches Fest ist, hier nicht in die Messe. Irgendwie komisch und auch ein bisschen widersprüchlich.
Ich glaube, das für mich Schockierendste war der weiße Weihnachtsbaum aus Plastik, der bei meiner Familie stand bzw. steht, ich schätze, der wird etwa zum Zeitpunkt meines Umzugs abgebaut. 

Ich glaube, ein weiterer Kommentar ist nicht notwendig, oder? Höchstens vielleicht, dass er blinkt und dass mich das auf die Dauer sehr sehr agressiv machen kann.
Der weihnachtliche Geschmack lässt hier ohnehin ein wenig zu Wünschen übrig, denn die Mehrheit der Ecuadorianer steht auf Kitsch. Und zwar nicht auf den deutschen Kitsch, sondern eher nach dem zumindest in diesem Fall zweifelhaften Motto "Wenn schon denn schon".


Bescherung gibt es in meiner Gastfamilie übrigens nicht, weil meine Mutter sagt, dass sie ihren Kindern jeden Tag Liebe schenkt (ist das ein Argument...?), aber das kann ich sowieso nicht ändern und Weihnachtsgeschenke sind hier auch nicht so wichtig wie in Deutschland. In der Schule schenkt man sich auch mit seinen besten Freunden nichts, allerhöchstens eine Karte. 
Am 26. sind wir dann nach la paz gefahren, um dort mit der Familie Silvester zu feiern. Leider hat es geschüttet, deshalb gab es weder Feuerwerk noch das Anzünden der Puppen: man stellt eine Figur aus Pappe, Holz und Stoff her und zündet die dann um 24:00 Uhr an. 

Die Puppen meiner Familie, die dann wohl nächstes Jahr benutzt werden...
Ich habe noch nicht so richtig verstanden, woher dieser Brauch kommt und was er symbolisiert, aber egal, Hauptsache, man hat Spaß. Wir haben - bzw. meine Familie hat - genau wie an Weihnachten Truthahn gegessen. Raclette kennt man hier genausowenig wie Bleigießen oder "Dinner for One".
Dadurch, dass wir in la paz waren, habe ich das Erdbeben hier in Quito verpasst - nicht, dass ich mir ein Erdbeben wünschen würde, aber ich will diese Erfahrung unbedingt machen - ist das verständlich? Die Einheimischen halten mich deswegen alle für ein bisschen beschränkt, glaube ich...
Am vergangenen Wochenende wollten wir dann eigentlich in die Messe gehen, aber die war dann in einem anderen Vorort, deshalb haben wir stattdessen einen langen und sehr schönen Ausflug gemacht, den ich sehr genossen habe.
In spätestens zwei Wochen muss ich mich von meiner Gastfamilie verabschieden, das genaue Datum steht allerdings noch nicht fest und auch bei der neuen Familie gibt es Unklarheiten, da meine supercoole Lehrerin mir angeboten hat, mich aufzunehmen, und ich wirklich gern in ihre Familie ziehen würde, zumal die andere Familie 1-2 Stunden von meiner Schule entfernt wohnt. Mal schauen, was dabei noch rauskommt...
Ganz liebe Grüße, ein frohes Neues und bis dann,
Annika

Mittwoch, 20. Dezember 2017

Die Vorweihnachtszeit

Nächste Woche ist schon Weihnachten, aber hier in Ecuador bekommt man davon nicht besonders viel mit. Natürlich gibt es auch hier Weihnachtsdeko, aber die Weihnachtsstimmung, in die man in Deutschland immer automatisch kommt, existiert hier nicht, oder ich bekomme einfach nichts davon mit.
Es ist schon traurig, wenn Familie und Freunde die ganzen Fotos mit Plätzchen, Schnee, Nikolausstiefeln und ähnlichem schicken, während hier nichts davon existiert oder nur in irgendeiner abgewandelten Kopie, jedenfalls leide ich zur Zeit mehr als nur ein bisschen unter Heimweh, aber ich schätze, in der Weihnachtszeit ist das normal.
Ansonsten geht es mir auch weiterhin gut:
am vergangenen Mittwoch hatte ich das Weihnachtskonzert mit meinem Orchester, und es ist erstaunlich gut gelaufen, auch wenn man das musikalische Niveau nicht mit dem deutschen vergleichen kann, aber das ist schon okay. In der Schule ist gerade die Prüfungsphase, und während mir langweilig ist, weil ich die Tests nicht mitschreiben muss, machen sich alle anderen vollkommen verrückt.
Am Freitag war ich mit meiner Familie bei jüdischen Freunden, und gemeinsam mit ein paar anderen Bekannten haben wir Hanukkah gefeiert bzw. die vierte Kerze der Menora, des siebenarmigen Leuchters angezündet. Das war für mich sehr interessant mitzuerleben, zumal Juden irgendwie tatsächlich  gebildeter sind, jedenfalls haben drei fast fließend Deutsch gesprochen und alle konnten Englisch. Mein Spanisch ist zwar gut genug, um sich auch über schwierigere Dinge zu unterhalten, aber es ist immer wieder eine Wohltat, seine Muttersprache zu hören und zu sprechen, denn da muss man einfach nicht über jede Zeitform, Konjugation und so weiter nachdenken und besitzt den vollständigen Wortschatz.
Wie ihr vielleicht bemerkt, ist in den letzten Wochen nicht wirklich viel passiert, da können die Austauschschüler, die in Deutschland sind, wahrscheinlich mehr erzählen... 
Ehrlich gesagt schaffe ich es im Moment nicht, mich für irgendetwas zu motivieren, ich hoffe, das legt sich bald wieder.
Liebe Grüße von der anderen Seite, ich würde im Moment wahrscheinlich alles geben, um bei euch sein zu dürfen,
eure Annika

Samstag, 2. Dezember 2017

Der tropische Regenwald

Ja, ihr habt richtig gelesen: ich hatte in der vergangenen Woche eine weitere Reise mit Rotary. Wieder einmal war es unglaublich schön, auch wenn das Klima wirklich furchtbar ist... 
Bevor ich mit dem hauptsächlichen Thema des Eintrags anfange, muss ich allerdings noch vom Freitag davor erzählen. An diesem Tag fand nämlich ein Ereignis mit dem Namen "pambamesa" statt - eine Tradition, die von den Inkas stammt. Gemeinsam haben wir in der Klasse auf dem Boden gesessen und versucht (zumindest in meinem Fall), von Bananenblättern zu essen (wobei ich irgendwie die Einzige war, der der Mais die ganze Zeit runtergekullert ist, sehr zur Belustigung meiner Mitschüler; ich habe bis zum Schluss nicht herausgefunden, wie die das machen). Es war jedenfalls amüsant, auch wenn das Essen selbst eher langweilig war, weil alles aus der Natur kommen muss.

Das Wochenende haben wir wieder mal in der Familie gebracht, wobei das zumindest mir nichts ausmacht, ich gehe gern zu den Großeltern. 
Tja, und am Mittwoch morgen ging es dann los... 
Um 9:30 Uhr ging der Flug nach Coca, einem kleinen, aber bekannten Ort im tropischen Regenwald, in dem wir gegen 10:00 Uhr angekommen sind. Von dort aus sind wir mit dem Boot weitergefahren, das während unseres Aufenthalts sowieso unser Hauptverkehrsmittel war (Straßen bauen ist in der Umgebung eher... schwierig). Um 13:00 Uhr sind wir im strömenden Regen angekommen, der aber, wie immer eigentlich, nach einer halben Stunde wieder aufgehört hat.
Das Hotel Sacha Lodge liegt ziemlich abgelegen und ist nur mit dem Boot und zu Fuß zu erreichen: von dem großen Fluss aus, über den man von Coca kommt, muss man etwa 25 Minuten zu Fuß laufen und dann noch mal 10 Minuten Boot fahren. Die kleineren Boote sind außerdem traditionell gebaut. Wie man daraus ja schließen kann, liegt das Hotel an einem See, was den Vorteil hat, dass man beispielsweise Krokodile sehen kann.



Am ersten Tag sind wir nach der Anreise zu einem 45m hohen Aussichtspunkt gefahren, der am höchsten Baum der Umgebung errichtet wurde und von dem ich mir ziemlich sicher bin, dass er in Deutschland nicht mehr geöffnet wäre, jedenfalls nicht, bevor er grundsaniert worden wäre.
Die Aussicht war jedenfalls ziemlich einzigartig, besonders, als die Sonne untergegangen ist. Ich wusste nicht, dass es so riesige Bäume gibt.




Anschließend haben wir noch eine Nachtwanderung gemacht und dabei die ersten Viecher gesehen: Vogelspinnen, riesige Grashüpfer und fette Raupen, um nur ein paar Beispiele zu nennen.
Am Donnerstag haben wir einen Tagesausflug unternommen, bei dem wir zu einem Haus gefahren sind und von dortaus einfach ein bisschen in den tropischen Regenwald gegangen sind. Der besteht übrigens nicht nur aus Baumriesen, wie man sich das vorstellt, sondern hauptsächlich aus Palmen und Bäumen, die aussehen, wie eine Mischung aus Birke und Buche.


Abends sind wir dann noch mit dem Boot auf den See gefahren, um die Nachttiere im Wasser sehen zu können, auch wenn der Sonnenuntergang das Schönste daran war.


Am darauffolgenden Tag waren wir in einer Art Museum über die quechuanischen Völker, das von den Frauen eines Volkes errichtet wurde und auch von ihnen geleitet wird. Sie demonstrieren den Besuchern Techniken, typisches Essen, Kunst und so weiter. Ich persönlich fand es sehr interessant, auch wenn ich mich nicht getraut habe, die Maden zu probieren, weder noch lebend noch gebraten, zumal keiner der anderen Austauschschülern, die das probiert haben, gesagt hat, dass es lecker war.



 
Anschließend waren wir bei einer Aussichtsbrücke, die, genauso wie der Turm, in Deutschland 100%ig besser gesichert wäre, aber in Ecuador gewöhnt man sich ja sowieso ab, sich Gedanken über die Sicherheit zu machen (Stichwort: Anschnallgurte), und die Aussicht war, wieder einmal, atemberaubend. 





Tja, und damit war es schon wieder vorbei... 
Im Moment üben wir in der Schule für das "fiesta de Quito", bei dem die Gründung Quitos gefeiert wird (und wir müssen wieder mal in der Schule tanzen). Im Rahmen dessen gibt es unterschiedliche Veranstaltungen, und wahrscheinlich gehe ich am Sonntag mit meiner Schwester und ein paar Freunden auf ein öffentliches Konzert, aber wie immer planen wir das wahrscheinlich 20 Minuten, bevor wir losmüssen.
Am Freitag hatte ich das Rotary-Treffen, bei dem sich entschieden hat, dass ich im Januar die Familie wechseln muss. Meine zweite Gastfamilie wohnt leider 1 ½ Stunden von meiner Schule entfernt, und es gibt wahrscheinlich keine Busse, mal sehen, wie ich dann dorthin komme…
Heute war ich mit meiner Familie bei einem Stierkampf, wobei es hier in Ecuador verboten ist, das Tier zu verletzen. Es war eigentlich ganz lustig, auch wenn ich jedes Mal wieder Angst hatte, dass irgendetwas passiert, was glücklicherweise nicht der Fall war.
Liebe Grüße in das kalte und zumindest teilweise verschneite Deutschland, ich vermisse die Weihnachtszeit.
(Meine Familie hier hat einen Weihnachtsbaum aus Plastik, so wie alle. Aber der ist zusätzlich noch weiß. Mit Glitzer.)
Bis bald,
Annika

Distrikttour

Wieder einmal sind ein paar Wochen vergangen, in denen ich viel erlebt habe: ich war mit den anderen Austauschschülern auf Distrikt- bzw Ec...